4 Tage nähen in Italien auf Casa Cantalupo

24. - 29. Mai 2017

500,- €

inkl. Kursgebühr, Übernachtung, Vollverpflegung (eigene Anreise, Fahrgemeinschaften möglich)

Was war das ein Träumchen! 4 Tage nähen unter Italiens Sonne an einem wunderschönen Ort mit super netten Leuten, liebevoller Betreuung, viel Spaß, Ideen, Erlebnissen… Da gehen mir einfach die Superlative aus!

 

Aber der Reihe nach:

 

Vor eineinhalb Jahren lernte ich Bettina kennen und fand sie sofort sympathisch. Als ich dann erfuhr, wie gerne sie näht und auf ihrer Homepage (casa-cantalupo.com) gesehen habe, welchen Traum Ihr Mann und sie sich in Italien in den Marken geschaffen haben, da war schnell die Idee geboren, einen Näh-Urlaub dort anzubieten.

 

Das Ganze war leider etwas schwerfälliger als gedacht. Es gab zwar viel Zustimmung für die Idee, viele „Ach, da würde ich ja auch gerne mitfahren…“, letzten Endes waren es dann jedoch nur 2 Frauen, die sich wirklich dazu durchringen konnten. Ich nehme an, dass die weite Anreise Viele abgeschreckt hat.

 

Trotzdem beschlossen wir, das Vorhaben durchzuführen, einfach auch, um es selbst einmal auszuprobieren. Und so fuhren wir am Mittwoch (24. Mai) zu 3. mit dem Auto nach Italien.

Nach gut 12 Stunden waren wir da: Casa Cantalupo mit Bettina und Reiner! Was ein herzlicher Empfang! Wir fühlten uns sofort wohl. Isabelle und Maja, die mit eigenem Auto angereist waren, saßen auch schon da – natürlich mit einem leckeren Weinchen. Nach kurzem Plausch teilten wir noch die Schlafzimmer und Bäder auf und dann ab ins Bett.

 

Casa Cantalupo ist irgendwie ein magischer Ort.

Und dann der nächste Morgen: Der Blick aus dem Fenster auf unseren Nähplatz und die Umgebung in strahlendem Sonnenschein - da war dann der Urlaub so richtig angekommen. Bettina hatte natürlich schon das Frühstück vorbereitet. (An dieser Stelle möchte ich Bettina auch noch mal sehr herzlich danken. Wir sind so unfassbar gut versorgt worden. Es hat wirklich an nichts gefehlt – noch nicht mal an Wein, was nicht ganz leicht war!)

 

Jeden Morgen Frühstück mit Aussicht. Jeden Mittag Mittagessen mit Aussicht. Jeden Abend Abendessen mit Aussicht.

Nach dem Frühstück gings dann natürlich gleich los. Brita und Yvonne, zwei Frauen, die mit ihren Männern ebenfalls in Italien ganz oder teilweise leben und unsere Gruppe toll ergänzt haben – kamen noch dazu. Dann besprachen wir unsere Projekte mit Isabelle und jeder machte sich an die Arbeit. Im Haus und auf einer der Terrassen wurde zugeschnitten, am Tisch im Hof wurden schon die ersten Nähmaschinen aufgestellt und an Bettinas Esstisch wurden Schnitte abgepaust. Isabelle flitzte von der einen zur anderen, Maja lag in der Sonne am Pool, Manouche (Isabelles Hund) jagte die Katzen – alles war also wie immer, nur viel, viel schöner!

 

Überall wirdd geschnitten, gemessen, genäht…

 

Um 1 Uhr prügelte uns Bettina dann von Stoffen und Nähmaschinen zum Mittagessen. Das war gar nicht so einfach, das Nähfieber kennt ihr ja alle… Trotzdem aßen wir brav den leckeren Melonen, Tomaten-Salat mit selbstgebackenem Brot (!!!) und quasselten natürlich, was das Zeug hielt. Aber kaum waren die Teller leer, gings auch schon wieder weiter. (Die arme Isabelle, Pausen hatte sie nicht sehr viele…) Maja, unsere kleine Küchenfee, kümmerte sich um das Geschirr, wir um den Stoff. So ging der Tag ins Land, der Abend kam, und mit ihm kam Reiner.

 

Reiner ist Bettinas Mann. Er hat den Pool gebaut, und die Sauna, und den Hot tub, und den Pizza-Ofen… Und den schmiss er jetzt für uns an.

 

Bettina bringt den Pizzateig und die, sorgfältig in kleine Schälchen gehäufte Belegmöglichkeiten und zeigt uns, wie es geht. Und dann wird Pizza gebacken. Jeder darf / muss mal ran, es entsteht sogar eine Hilde-Pizza – NATRÜRLICH!

 

Eine nach der anderen kreiert ihre ganz eigene Pizza. Reiner schiebt sie mit dem Pizza-Heber in den Ofen, dort brät sie und kommt dann für alle auf den Tisch. Lecker!

So geht es, bis wir alle wieder ins Bett fallen.

 

Am nächsten Tag ist wieder Nähen angesagt. Die guten Stücke müssen ja fertig werden! Jetzt wird dann auch schon mal anprobiert und abgesteckt.

 

Silvia näht einen leichten Sommermantel aus Leinen. Wunderschön!
Silvia näht einen leichten Sommermantel aus Leinen. Wunderschön!

Die ersten Stücke sind schon fertig: Brita hat für ihre Mädels tolle Portemonnaies genäht und macht sich nun noch zwei Beuteltaschen. Yvonne ist fast fertig mit ihrem wunderschönen Kleid und Bettina braucht für ihre Roller-Beuteltasche nur noch Kordel. (Leider alles ohne Foto!)

 

Und abends natürlich wieder lecker essen. Dieses Mal grillt uns Reiner was Leckeres. Den Hot tub hat er auch für uns angeheizt. Das ist der Kracher, sage ich euch. Auch wenn es noch richtig schön warm ist, ein Gang in den Hot tub bringt dich so richtig schön runter und man schläft wie ein Baby.

 

Am nächsten Tag machen wir eine Näh-Pause. Schließlich wollen wir auch ein bisschen etwas sehen. Eigentlich hatten wir schon am ersten Tag festgestellt, dass die 4 Tage sowieso zu kurz sind. Und so machen wir uns nach dem Frühstück auf und fahren in den neuen Stoffladen in Ancona. Da muss ich natürlich schauen, was in Italien so angeboten wird. Und dann heißt er auch noch „GIESSE“…

 

Tja, das ist was ganz anderes als bei uns, zumal es sich bei dem Laden um ein Frenchise-Unternehmen handelt. Da kommst du rein und stehst plötzlich in einer rieseigen Halle voller Stoff auf Rollen. Erst mal waren wir ganz schön geflasht. Und dann haben wir die Stoffe mal genauer angeschaut. Na ja, die Italien nähen einfach ganz andere Sachen… Es gibt vor allem dünne Stoffe aus Polyester, auch ein bisschen Baumwolle, der aber mit so ganz schlichten Babymotiven oder einfach nur karo in allen Farben und Größen. Und ganz vorne haben wir dann noch ein paar richtig schöne Baumwollstoffe gefunden., Drei mal dürft ihr raten: von Makower!! Aber: Schrägband in allen Breiten und Farben, mit Strass, mit Pailletten, mit Perlchen, aus Lack und Leder… Ach, es war schon ein Genuss!

 

Besuch im Stoffladen "GIESSE" in Ancona.

Und der Besitzer war ein echter Kerl, sah eigentlich eher aus, als hätte er einen Barber-Shop ;-) Herrlich!

 

Danach sind wir an den Strand gefahren, an die Steilküste. Wahnsinn! Glasklares Wasser, in dem man sogar schon baden konnte (ich schätze mal, es waren so 22°) und das Ganze inklusive Fußreflexzonen-Massage ;-)

Und der Besitzer war ein echter Kerl, sah eigentlich eher aus, als hätte er einen Barber-Shop ;-) Herrlich!

 

Danach sind wir an den Strand gefahren, an die Steilküste. Wahnsinn! Glasklares Wasser, in dem man sogar schon baden konnte (ich schätze mal, es waren so 22°) und das Ganze inklusive Fußreflexzonen-Massage ;-)

 

Nach 3 Stunden reicht es dann aber auch, denn es ist schon ganz schön heiß, und wir fahren wieder zurück nach Moie, wo ein Kunsthandwerkermarkt angekündigt ist. Na gut, also da weiß man nie so genau, was einen erwartet, meinte Bettina. Und so war es dann auch: Ein paar Büdchen, von denen ungefähr 2/3 Flohmarktartiekl waren, eine Frau mit selbstgemachten Schmuck (nicht unbedingt unser Geschmack…) und so halt. Dafür gabs dann noch ein leckeres italienisches Eis. Hm!!!

 

Und dann waren wir auch total froh, als wir wieder „zu Hause“ waren. Wieder lecker essen, Weinchen trinken, lustig sein und spät ins Bett.

 

Am nächsten Tag mussten wir uns dann natürlich ran halten, damit die Projekte noch alle fertig werden. Isabelle und ich haben nebenbei noch ein paar Gastgeschenke genäht, damit die kommenden Bewohner auch anständige Schürzen fürs Pizza-Backen haben!

Und dann kam leider schon der letzte Abend. Der hatte es allerdings noch mal in sich:

In Cupramontana, dem nächstgelegenen Ort war nämlich ein Fest angesagt:

Das findet jedes Jahr statt. Ein Fest mit historischem Charakter.

 

Zuerst ziehen die Trommler ein, dahinter folgen die Kreutzritter, Preister etc., dann Paare mit verschiedenen historischen Gewändern und dann kommen die „Kämpfer“. Zunächst wird ein Tauziehen zwischen 4 Männergruppen veranstaltet. Ich weiß nicht, ob es dieses Jahr das erste Mal war, aber danach wurden die Frauen aus dem Publikum dazu aufgefordert, zwei Mannschaften zu stellen. Maja und Isabelle sind natürlich gleich vorgestürmt, ich mit der Kamera hinterher.

 

Und das ist dabei rausgekommen:

 

Und wisst ihr was? Wir haben gewonnen. Sogar gegen die Herren-Mannschaft (na gut: Wir waren 14 Frauen, die waren 5 Männer…) Die „fremden, starken Frauen“ waren in aller Munde! Und sogar am nächsten Tag in der Zeitung und auf Youtube! Tja, das war ein Abschluss! Wir waren auf Wolke 7.

 

Der letzte Abend wurde dann noch sehr fröhlich und endete mit einem Eintrag ins Gästebuch.

 

Unser aller Fazit – ausnahmslos: Das müssen wir wiederholen! Es war einfach wunderschön, noch viel schöner, als ich gedacht hatte. Dafür haben wir sogar die weite Anreise (mindestens 12 Stunden) gerne in Kauf genommen. Das machen wir allerdings trotzdem das nächste Mal anders. Fliegen ist halt doch schöner.

 

Wenn ihr euch habt begeistern lassen, dann schickt mir doch einfach eine Mail, dann nehme ich euch in den Nähurlaubs-Verteiler auf und ihr erfahrt, wann wir nächstes Jahr fahren (bzw. fliegen!)