Herzenssache: Nachhaltigkeit

Mit der Einführung des grünen Punktes bzw. der gelben Tonnen haben wir uns m.E. ein Stückchen frei gekauft: Laut einer Allensbach-Umfrage sehen zwar 95% der Bürger Abfalltrennung als ihren wichtigsten Beitrag zum Umweltschutz. Allerdings sind nicht nur die Müllberge bereits jetzt schon ein Problem, auch die Rohstoffe werden immer knapper.

Deshalb war es mir auch von Beginn an wichtig, den Laden nachhaltig zu gestalten, z.B. indem ich keine neue Einrichtung gekauft habe sondern komplett Second Hand eingrichtet bin. Auch bei meinem Angebot bemühe ich mich um das Thema: Biostoffe kaufe ich am liebsten, bei den Lifestyle-Artikeln bevorzuge ich Lieferanten aus Deutschland und bemühe mich, Artikel zu finden, die aus nachhaltigem Material produziert sind. Auch im Café arbeite ich überwiegend mit Bioprodukten bzw. Second-Hand-Zubehör.

Erst kürzlich (leider!) habe ich begonnen, mich von Lieferanten zu trennen, die ihre Ware in Plastik verpackt verschicken. Habe ich bisher mein Gewissen immer mit der gelben Tonne beruhigt, ist mir inzwischen klar, dass das so einfach nicht ist. Wusstet ihr, das fast 60 % aller Abfälle mit grünem Punkt gar nicht recycelt werden sondern in der Müllverbrennung landen? Das hat mit den Eigenschaften von Kunststoff zu tun (weich, hart, biegsam, starr...), die dafür sorgen, dass er so vielseitig verwendbar ist. Die Vielseitigkeit wird durch eine Mischung aus verschiedenen Plastiksorten erreicht. Diese wiederum lassen sich nur schwer und damit teuer wieder trennen.

Ihr seht: Beginnt man, sich mit dem Thema Kunststoffherstellung und -verwertung zu beschäftigen, merkt man, dass das ein Fass ohne Boden ist. Deshalb ist mein Vorschlag:

Vermeiden wir doch einfach Abfälle so gut es geht, dann müssen wir sie auch nicht entsorgen.

 

Und so beginne ich meine Reise ins verpackungsarme Leben. Gar nicht einfach! Aber: Ein paar Ideen habe ich schon.

Diese nachhaltigen Produkte könnt ihr bei mir online (und natürlich im Laden) kaufen:

Adé verschimmelter Käse

Die Alternative: Bienenwachstücher

Kennt ihr das auch: Nach einigen Tagen wird der leckere Käse schmierig und schimmelt, auch wenn (oder gerade weil) er im Käse-Papier eingewickelt ist.

Die Tücher aus Bienenwachs sind nicht nur hübsch, sondern auch antibakteriell, abwaschbar, wieder verwendbar und ökologisch. Und atmungsaktiv. So kann sich an den Lebensmitteln kein Kondenswasser bilden (optimal z.B. für Brot, Käse, Obst und Gemüse).

Durch die Wärme der Hände passt sich das Tuch jeder Form an.

Bienen-Wachstücher und -beutel in verschiedenen Größen und Designs gibt es hier.

Adé Keimschleuder Spülschwamm

Die Alternative: Stoff-Spülschwämme

Zugegeben: Die Glitzis sind wirklich praktisch. Dass sie hochgradige Keimträger sind, ist aber auch schon länger bekannt. Vor allem aber sind sie nicht recycelbar und müssen im Hausmüll entsorgt werden. Und auch beim Abwaschen mit den Putzschwämmen lösen sich kleine Plastikpartikel, die mit dem Wasser in den Ausguss fließen. Die Partikel werden nicht abgebaut, sondern zerfallen zu immer kleineren Teilen, bis sie als Mikroplastik in der Umwelt landen.

Es gibt viele wiederverwendbare Alternativen. Bei mir könnt ihr Spülschwämmchen  aus Frottee und Sisal erwerben.

Adé Watte-Müll

Die Alternative: Stoff-Pads

Natürlich kann man zum Abschminken auch einfach einen Waschlappen benutzen. Aber vor allem bei Mascara sind die Abschmink-Pads oft unersetzlich. Aber habt ihr schon mal gezählt, wie viele Pads ihr pro Abschminkvorgang benötigt und das mal aufs Jahr hochgerechnet? Zu vile Müll, finde ich. Zudem haben Watte-Pads eine schlechte Ökobilanz: Um eine bessere Wirkung zu erzielen, sind diese oft mit synthetischen Fasern versetzt, die letzten Endes als Mikroplastik in der Umwelt landen. Und auch die Herstellung von Baumwolle belastet die Umwelt: Die Pflanzen benötigen extrem viel Wasser, der Rohstoff muss aus fernen Ländern eingeflogen werden, für die weitere Verarbeitung, wie z.B. das Bleichen, werden Chemikalien eingesetzt, die in der Umwelt landen.

Meine wiederverwendbaren Abschminkpads findet ihr hier.

Adé Plastiktüten

Die Alternative: Obts-/Gemüsenetze

Zu Obst- bzw. Gemüse-Netzen muss man eigentlich nichts mehr sagen. Nur vielleicht so viel: Irgendwie fand ich es komisch, Plastiktüten zu vermeiden und dann ein Nylon-Netz zu benutzen. Deshalb habe ich nach einer leichten Alternative in Naturfaser gesucht. Diese Säckchen sind aus 100 % Baumwolle, auf der einen Seite Nessel, auf der anderen Seite Baumwolltüll. Sie wiegen lediglich 17 Gramm.

Bisher gibt es Obst- bzw. Gemüsenetze mit petrolfarbenem Tüll, der Durchzug ist in verschiedenen Baumwolldesigns . Es werden bestimmt noch weitere Varianten entstehen.

Adé Papiertüten vom Bäcker

Die Alternative: Brötchenbeutel

Papier ist zwar der "bessere Müll", da es ein recyclingfähiger Rohstoff ist. Trotz allem sollten wir mit der wertvollen Ressource Holz aber achtsam umgehen. Zumal die Herstellung von Papier auch nicht gerade eine tolle Ökobilanz hat.

Das Bundesinnenministerium für Umwelt hat folgende Fakten zur Papierherstellung zusammengefasst:Die Herstellung von 100 kg Papier aus Holz setzt 110 Kg CO2 frei und benötigt 300 kg Holz, 5000 Liter Wasser und 1000 Kilowattstunden Energie. Wahnsinn!

Brotbeutel aus Musselin und Baumwollstoff sind eine gute und hübsche Alternative.

Adé Plastikspender

Die Alternative: Naturseifen

Was Kunststoff in unserer Umwelt anrichtet, ist inzwischen hinlänglich bekannt. (Dabei wird der Fokus gerade extrem auf die Verwertung gelegt, obwohl auch die Herstellung eine wirklich schlechte Ökobilanz aufweist.) Deshalb finde ich, sollten wir, wo es nur geht, auf Plastik verzichten. Und gerade im Bad ist das mehr als einfach, wenn wir der guten alten Seife wieder eine Chance geben. Habt ihr euch mal gefragt, wie es eigentlich dazu kam, dass ihr Seife in Plastikflaschen gekauft habt? Dabei ist eine gute Naturseife das Beste: sie riecht gut, ist extrem ergiebig, ist gut für die Haut und schont die Umwelt.

Meine Naturseifen werden alle in Deutschland gefertigt und verzichten komplett auf Plastik und tierische Produkte.

Auch bald hier erhältlich: die festen Shampoos sind regional und eine echte Alternative zur nicht von allen geliebten Haarseife, da sie nicht so viele Fette enthalten.

Seifensäckchen aus Sisal peelen nicht nur die Haut, sondern sind auch ideal für die Verwertung von kleinen Seifenresten. Auch bald hier herhältlich.