Liebe Hilde-Fans!

Immer wieder findet in Gießen und Umgebung der heißbegehrte Tuchmarkt statt. Wir nehmen daran nicht teil. Warum, möchte ich euch gerne erklären.

 

Verständlicherweise ist für Näherinnen das große Angebot besonders reizvoll. Auch die hier und da anzutreffenden günstigen Preise laden dazu ein, sich mit Stoffen einzudecken. Möglicherweise werdet ihr sogar Stoffe dort entdecken, die es in meinem Laden auch gibt, die dort aber billiger angeboten werden. Das hat verschiedene Gründe.

 

1. Die Händler der Holländischen Stoffmärkte kaufen i. d. R. große Kontingente und können so einen wesentlich geringeren Preis verhandeln. Auch bekommen sie zu sehr günstigen Einkaufspreisen Stoffe aus der letzten Saison oder aus Fehllieferungen angeboten.

 

2. Da die Händler aus Holland stammen, müssen sie keine Gewerbe- und Umsatzsteuer zahlen. Auch das ermöglicht ihnen, die Stoffe günstiger anzubieten.

 

3. Die Händler müssen weder eine Ladenmiete (außer einer vergleichsweise  geringen Stand-Gebühr) noch für jeden Tag MitarbeiterInnen bezahlen. Sie haben also wesentlich weniger Ausgaben als ein Ladengeschäft.

 

Zu alledem kommt hinzu, dass viele Stoffe, die dort günstig angeboten werden, eine schlechtere Qualität haben als die, die in unseren Stoffläden verkauft werden. Und: Ich habe nach dem letzten Stoffmarkt von einigen Kundinnen gehört, dass die Stoffe (sicherlich auch durch die Hektik an den Ständen) häufig um einiges zu kurz abgeschnitten wurden.

 

Was uns aber sicherlich besonders abhebt, ist die Beratung, die uns und unseren Kundinnen so viel Spaß macht. Diese wollen wir aber verständlicherweise nur bei Stoffen durchführen, die wir auch selbst verkauft haben. Ich denke, dafür hat jeder Verständnis.

 

Ich weiß, dass sich viele von euch freuen, dass es in Gießen und Umgebung wieder Stoffläden gibt. Damit wir aber bestehen können, sind wir darauf angewiesen, dass ihr weiterhin bei uns einkauft und uns unterstützt. Vielleicht ist es auch eine Frage der Priorität: Will ich lieber ein Mal im Jahr ein volles Angebot oder das ganze Jahr über einen Stoffladen um die Ecke?

Also starten wir doch mal einen Versuch:

 

Stellt euch vor, es ist Stoffmarkt und keiner geht hin!